Schule für Osteopathie - European College of Osteopathic Medicine

Allgemeines

 


Was ist Osteopathie

Die Osteopathie ist eine ganzheitliche Medizin, die vorwiegend der Diagnose von Funktionsstörungen und deren Behandlung dient. Diagnose und Therapie erfolgen mit spezifischen osteopatischen Techniken, die mit den Händen ausgeführt werden. Hinter dieser kurzen Definition steht ein ausführlicher medizinischer Gedanke, denn die osteopathiesche Medizin ist eine Wissenschaft und eine Kunst innerhalb der Heilkunde. Sie besitzt ein eigenes Konzept und besondere Prinzipien für die Diagnose und Therapie. Die Osteopathische Medizin basiert auf drei Säulen: Der Einheit des menschlichen Körpers, der wechselseitigen Abhängigkeit von Struktur und Funktion sowie auf den selbstheilenden Kräften im Körper.

 
 
Leben zeigt sich in Form von Bewegung

Wann immer sich etwas bewegt, wissen wir, dass es lebt. Der menschliche Körper funktioniert auf Grund seiner Fähigkeit, Bewegungen auszuführen. Das gilt nicht nur für die Gelenke. Alle Körperstrukturen führen feine rhythmische, teils unwillkürliche Bewegungen aus. Das Herz schlägt kontinuierlich, die Lungen bewegen sich mit dem Atmen -Rhythmus, der Magen vollführt peristaltischen Bewegungen und Blut, Lymphe und Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit fließen entlang ihrer Bahnen. Jede Struktur kennt ihre eigene Bewegung und ihren eignen Rhythmus.

 
 
Stillstand ist Rückstand

Das griechische Wort „Panta Rei“ bedeutet, dass alles, was lebt, strömt. Fließendes Wasser wird erneuert und bleibt gesund. Stehendes Wasser hingegen wird trübe und zu einer Brutstätte für Mikroorganismen. Ein ähnlicher Vorgang vollzieht sich im Körper. Bereits ein geringer Verlust an Beweglichkeit der Gewebestrukturen kann deren Funktion beeinträchtigen und zu Symptomen führen. Die Ursachen einer eingeschränkten Bewegung können unterschiedlicher Art sein. Eine Verstauchung oder Verrenkung kann zu einer bleibenden Bewegungseinschränkung führen. Aber auch geheilte Endzündungen innerer Organe, Operationsnarben oder bestimmte Lebens- oder Ernährungsgewohnheiten können Beweglichkeit vermindern.

 
 
Der Körper bildet eine biologische Einheit

Aus diesem Beobachtungen heraus entstanden die Grundzüge der Osteopathie: das unteilbare Sein des Körpers in seiner Gesamtheit ist ein Grundpfeiler der Osteopathie. Die Einheit des Körpers zeigt sich in dessen physischen und psychischen Funktionen sowohl im gesunden, als auch im kranken Zustand. Dabei befindet sich der menschliche Organismus in einer ständigen Wechselwirkung mit seiner Umgebung. Struktur und Funktion bedingen sich gegenseitig.
Diese Einheit besteht in den unterschiedlichen Ebenen und Strukturen. Mechanisch zwischen den Knochen, Gelenken und Muskeln, zirkulatorisch durch die arteriellen und venösen Blutbahnen, das Lymphsystem und die Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit, membranös durch die Verbindung zwischen Organen und Geweben aufgrund der umhüllenden und beschützenden Faszien, neurologisch durch die Nervenbahnen des zentralen und peripheren Nervensystems sowie physiologi schen durch physiologische Übertragungswege zwischen Organen und Geweben.
Veränderungen der Struktur bewirken Veränderungen der Funktion und umgekehrt. Die Osteopathie nutzt die gegenseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion in der Diagnose und Therapie durch den Einsatz manueller Techniken. Ein komplexes Gleichgewichtssystem ermöglicht dem Körper Selbstregulierung und Selbstheilung. Der Körper besitzt die natürliche Eigenschaft, sich selbst zu schützen und verfügt über eigene heilende Kräfte. Er kann bis zu einem bestimmten Punkt die Ursachen einer Krankheit überwinden oder sich diesem zumindest anpassen. Die strukturelle und funktionelle Einheit des Körpers zeigt sich in den verschiedenen Geweben, deren Funktionen und Zusammenwirken.
Dieses Zusammenwirken befähigt den Körper, sich als Einheit selbst zu schützen und ins Gleichgewicht zu bringen. Der osteopathisch tätige Therapeut versucht, die Bewegung der Strukturen zu verbessern, um damit deren Funktionen zu stimulieren und zu normalisieren.

 

 

 

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